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Tempel der Heiden – Altgermanisches Bauwerk in der Nähe von Uppsala entdeckt

Uppsala 19.10.2013. Ein heidnischer Tempel bildete zur Zeit der Völkerwanderung das Kultzentrum in Uppsala. Jahrhundertelang suchten Geschichtsforscher diesen Ort, um mehr über Leben und Religion der damaligen Zeit zu erfahren. Jetzt wurden sie anscheinend fündig.

Bei Bauarbeiten einer Bahnlinie stießen Arbeiter auf regelmäßig angeordnete, alte Holzpfähle. Genauere Untersuchungen zeigten zwei rechtwinklig angeordnete Reihen mit etwa 500 bzw. 1000 Meter Länge. Vermutlich flankierte die längere Seite die Straße nach Alt-Uppsala (Gamla Uppsala), dem heidnischen Zentrum der Zeit um etwa 300 bis 500 nach Christus. In der Eisenzeit war hier ein Handels-und Verwaltungszentrum, ein sogenannter Zentralplatz. Hier wurden begehrte Waren gehandelt, Herrscher und Häuptlinge hielten sich hier auf und aufwändige Anlagen wie Schmieden befanden sich hier. C14-Analysen datieren die gefundenen Holzpfähle genau in dieser Zeit. Im Umfeld weiden Knochenfunde auf Tieropfer hin.

Die Archeologische Projektleiterin Beonius-Jörpeland spricht von einem einzigartigen Fund in Schweden. Die Funde weckten viele Fragen und müssten genau untersucht werden, um sie besser einzuordnen. Sollte es sich tatsächlich um dne lange gesuchten Tempel der Heiden handeln, wäre ein großes Geheimnis skandinavischer Frühgeschichte gelüftet. Eine weitere Vermutung ist, dass es sich um eine Einfriedung handelte. Die Pfähle seien bis zu acht Meter hoch gewesen, erläutert die Archäologin. Jedoch sei die Größe der Anlage für übliche Gebäude, Zäune und selbst Burgen der damaligen Zeit zu groß.

In der Nähe befinden sich auch Gräberfelder und die drei Königshügel die Thor, Odin und Freyr zugeordnet werden. Angaben über dne Tempel der Heiden waren bisher gespeist aus jahrhundertealten Überlieferungen und Mutmaßungen. Die neuen Funde ermöglichen es nun, die damalige Zeit besser zu untersuchen und zu verstehen.

 

Mehr Informationen bei Dagens Nyheter: http://www.dn.se/kultur-noje/nyheter/pelarvagen-i-uppsala-ar-ett-mysterium/

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