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Expertinnensuche auf schwedische Art

Hamburg, 21.05.2013  Schweden ist immer gut für innovative und produktive Ideen. Auch wenn sie manchmal aus reinem Ärger resultieren. Bestes Beispiel dafür ist die PR-Beraterin Lina Thomsgård, die 2010 mit der Facebook-Seite „Rättviseförmedlingen“ – was sich mit Gerechtigkeitsbüro übersetzen lässt – eine kleine Revolution im Bereich der Expertensuche startete. Richtig sauer wurde die damals noch beim Plattenlabel EMI beschäftigte Schwedin, als es hieß, es gäbe keine weiblichen DJ’s – und trat den Gegenbeweis an. Ein Aufruf auf ihrer Facebook-Seite genügte und innerhalb von wenigen Stunden konnte sie eine Liste mit mehr als 100 weiblichen DJ’s präsentieren. Mittlerweile hat sich die „Rättviseförmedlingen“ zu einem wahren Social Media Phänomen entwickelt, in dem Listen mit Expertinnen zu allen möglichen Themenbereichen zu finden sind. Dabei konzentriert sie sich aber nicht ausschließlich auf weibliche Experten, sondern auch auf jene, deren Name vielleicht nicht „Schwedisch“ genug klingt, um bei der Expertenauswahl berücksichtigt zu werden. Ein kleiner Schritt, um die immer noch große Dominanz der männlichen – meist weißen – Meinungsführer in Medien, Konferenzen und anderen meinungsbildenden Plattformen ein wenig abzuschwächen und abwechslungsreicher zu gestalten. Aber immerhin so groß und erfolgreich, dass Lina ihr Gerechtigkeitsbüro in diesem Jahr auch in anderen Ländern etablieren möchte.

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